Ein paar grundlegende Informationen über das Land:

Unbekanntes Land im Herzen Afrikas - jedenfalls für die meisten Europäer. Als zentrales Land ist die Republik Zentralafrika besonders militärisch interessant, hier hatte Frankreich wie in Gabun viele Hundert Mann Soldaten stationiert, von hier aus wurde der Tschad unterstützt, von hier aus mischten sich französische Soldaten immer wieder auch in anderen Ländern ein. Mittlerweile hat Frankreich seine Soldaten hier abgezogen (und in Tschad, Gabun und Elfenbeinküste verstärkt; weiter gibt es aber „Berater" in Polizei, Gendarmerie und Militär!).


Aus einem anderen Grund ist die Zentralafrikanische Republik für Europäer wie die Franzosen wirtschaftlich besonders interessant: auch hier werden Diamanten gefunden, dessen Vermarktung aber nicht so rigoros gehandhabt wird wie zum Beispiel in Namibia. Viele Steine werden illegal exportiert, und dennoch tragen die Erlöse zu 30 % des Staatshaushalts bei. Durch seine Binnenlage bedingt, muss der gesamte Außenhandel über entweder Kamerun mit dem Hafen Douala bzw. Kribi oder Kongo mit dem Hafen Pointe Noire gehen - beides über sehr weite Entfernungen.


Klimatisch ist die Zentralafrikanische Republik begünstigt: die Regenfälle reichen im ganzen Land aus, um Selbstversorger mit Nahrungsmitteln zu sein und darüber hinaus auch noch Baumwolle, Tabak und Kaffee für den Export zu produzieren. Die letzten Edelhölzer werden aus den Resten von Regenwald geholt, teilweise im Land selbst weiter verarbeitet. Zur Regenwaldvernichtung siehe page 198.


Die Nachbarstaaten sind der Tschad im Norden, der Sudan im Osten, die beiden Kongo-Staaten im Süden und Kamerun im Westen.


Die Republik ist unabhängig seit 1960. Der Führer der Unabhängigkeitsbewegung, der Nationalist Barthelemy Boganda, kam 1959 bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben, dies konnte aber die Unabhängigkeit nur etwas hinaus zögern, nicht verhindern. Erster Regierungschef war David Dacko, der durch einen Putsch gestürzt wurde und gefolgt wurde von Oberst Jean-Bédel Bokassa, der auf die Unterstützung der Franzosen bauen konnte und sich 1972 erst zum Präsidenten auf Lebenszeit, 1977 dann zum Kaiser ernennen / krönen ließ. Dacko putschte gegen Bokassa 1979, 1981 gab es wieder einen Putsch, diesmal von General André Kolingba, der lange Jahre regierte; heute ist der Staats- und Regierungschef Angé-Felix Patasse. Premierminister ist Anicet Georges Dologuélé. Die Opposition, zersplittert in sechs Parteien, hofft auf Patasses Rücktritt oder wenigstens einen runden Tisch. André Kolingba probierte erneut im Jahre 2001 einen Putsch und wurde dafür im Sommer 2002 in Abwesenheit (er ist wohl in Uganda) mit zehn anderen Mitläufern zu lebenslänglicher Haft verurteilt.


Einwohnerzahl: etwa 3,5 Millionen, davon leben etwa 730.000 in der Hauptstadt Bangui, 50.000 in Berberati an der südlichen Straße nach Kamerun, 44.000 in Bouar an der nördlichen Straße nach Kamerun und etwa 40.000 in Bambari mehr oder weniger in der Mitte des Landes. Ein Drittel der Bevölkerung sind Christen, 10 % Moslems, die Mehrheit Anhänger von Naturreligionen. Aus dem ehemaligen Zaire halten sich seit Mitte 2000 mehrere Tausend Flüchtlinge in der Umgebung von Zinga am Ubangui-Fluss gegenüber von Kongo auf.


Die Amtssprache ist Französisch und Sangho; die Lebenserwartung ist bei hoher Kindersterblichkeit von fast 17 % 1996 49 Jahre gewesen, für 1998 werden schon nur noch 45 Jahre angegeben. Grund dafür ist die miserable medizinische Versorgung des Landes. Nach WHO-Statistiken ist die Zentralafrikanische Republik in dieser Hinsicht das Schlusslicht der afrikanischen Länder. Während in anderen Ländern die Lebenserwartung um mehrere Jahre zugenommen hatte, bevor AIDS „dazwischen" kam, ist es hier in zwanzig Jahren gerade ein Jahr gewesen, um das sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Zentralafrikaner erhöht hat - was nicht an schlechter Ernährung liegen muss. Nun hat sich das auch hier ins Negative gedreht - in wenigen Jahren!

Die
Haupteinnahmequellen des Staates sind landwirtschaftliche Produkte sowie die Diamanten. In erster Linie aus Spritmangel kam es Anfang 2000 zu einer anhaltenden starken wirtschaftlichen Krise. Für die von Rebellen gehaltene Gegend um Gbadolite im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Zentralafrikanische Republik ein wichtiger Exportweg.

Die
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1. Dezember

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