Ein paar grundlegende Informationen über das Land:

Erst 1980 unabhängig geworden und je nach Betrachter mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattet oder von vornherein als Untergang des Landes befürchtet worden - das ist
Simbabwe, eingeschlossen im südöstlichen Afrika von Sambia, Mosambik, Botswana und der Republik Südafrika und früher bekannt unter dem Kolonialnamen Rhodesien nach Cecil Rhodes.

Wunderbare
Naturschönheiten (z.B. die Viktoriafälle des Sambesi), große soziale Unterschiede zwischen den weißen Kolonialisten und den einheimischen Shona und Ndebele sowie zwischen den letzteren, stures Beharren der weißen „Rhodesier" unter Ian Smith auf einer Unabhängigkeit mit weißer Regierung (was von England verweigert wurde, woraufhin Smith einseitig eine Unabhängigkeit ausrief), reich an Bodenschätzen, viele Schriftsteller (angefangen bei der in Europa gefeierten Doris Lessing, die bis 1949 im damaligen Rhodesien lebte, über einen der wichtigsten afrikanischen Schriftsteller, Dambudzo Marechera bis zu den „modernen" Schriftstellerinnen Yvonne Vera und Nozipo Maraire) sowie eine sehr lebendige Musikszene von Stella Rambisai Chiweshe über ihre Tochter Virginia Mukwesha zu Oliver Mtukudzi - lauter Facetten simbabwescher Gegenwart und Vergangenheit. Die wirtschaftliche Lage hat sich in den letzten Jahren ganz erheblich verschlechtert. Jeder Zweite ist ohne feste bezahlte Arbeit, die Inflationsrate liegt bei 60 Prozent, und Benzin und Strom stehen nur unregelmäßig zur Verfügung. Dabei weiß jeder Simbabwer, dass der Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo, in den 12000 simbabwesche Soldaten involviert sind, praktisch alle Devisenreserven des Landes verschlingt. Die Frühjahrsüberflutung 2000 hatte einen Ernteausfall von 55-60 % besonders in Manicaland zur Folge.

Die
Nachbarstaaten sind zur Küste hin Mosambik, nach Süden zu die Republik Südafrika, nach Westen Botswana und zum Norden hin Sambia - ein fast rundes Staatsgebiet.

Simbabwe ist
unabhängig seit 1980, seitdem regiert von Robert Mugabes „Zimbabwe African National Union / ZANU".

Einwohnerzahl: etwa 12 Millionen, davon nur wenig, etwa ein Drittel, in Städten lebend. Die größten Städte sind die Hauptstadt Harare (früher Salisbury) mit geschätzt 1,8 Millionen Einwohnern, Bulawayo im Süden mit 660.000 Einwohnern, Chitungwiza mit etwa 280.000 Einwohnern und Mutare ganz im Osten mit etwa 135.000 Einwohnern. Noch heute leben zwischen 1000 und 1600 Menschen mit deutschem Pass in Simbabwe. Das Land ist aufgeteilt in Provinzen: Zentral-Mashonaland (Bindura), West-Mashonaland (Chinhoyi), Nord-Matabeleland (Bulawayo), Süd-Matabeleland (Gwanda), Masvingo (Masvingo), Manicaland (Mutare), Ost-Mashonaland (Harare) und Midlands (Gweru). Ein Bericht über Matabeleland auf Seite 115.

Die Amtssprache ist Englisch, Shona und Ndebele werden im Alltag benutzt.

Die
Haupteinnahmequelle des Staates ist der Tabak, Simbabwe steht an dritter Stelle der Tabak produzierenden Staaten der Welt; durch die Farmbesetzungspolitik weigerten sich viele der weißen Farmer, den Tabak abzuliefern, so dass der Ertrag im Jahr 2000 um ein gutes Drittel zurück ging. Weitere Exportgüter sind Zucker und Baumwolle sowie Gold, Eisenerz, Asbest und Nickel. Touristisch sind zu nennen auf jeden Fall die Viktoriafälle: verteilt auf fünf Fälle über eine Gesamtlänge von 1700 Metern, stürzen die Fluten des Sambesi in eine nur 50 Meter breite Basaltschlucht.

Das
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef, ist Robert Gabriel Mugabe in seiner dritten Amtszeit; einen Volksentscheid, der ihm eine vierte erlaubt hätte, hat er erstaunlicherweise verloren. Daraufhin kam es zu erheblichen, offenbar von Regierungsseite geschürten Konflikten, Farmbesetzungen besonders durch „alt gediente Kämpfer", die von der Polizei nicht verhindert wurden, was von den Regierungen Europas gleich „scharf verurteilt" wurden - wohl weil hier Weiße getroffen wurden, bei den Kriegen in Liberia und Sierra Leone hat man von Europa praktisch nichts gehört... Dabei geht es hier nicht nur um einen machtbesessenen Despoten, sondern es war Mugabes klares Ziel, in seiner Amtszeit eine Landreform durch zu führen, was ihm bisher nur in Ansätzen gelungen ist, weil auch die nur noch ca. 4500 weißen Farmer an ihren 70% des guten Bodens ziemlich fest kleben... Europas Regierungen sollten sich mit Ratschlägen und Einmischungen tunlichst zurück halten, erst recht die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien. - Entschädigungen für Enteignungen soll es nach Mugabe nur geben, wenn Großbritannien zahlt, Simbabwe selbst wird nur für Häuser und Infrastruktur der großen Farmen zahlen. Konkret sollen zunächst 804 Farmen enteignet werden mit Entschädigungszahlungen über fünf Jahre verteilt; langfristig sollen 3000 Farmen neu verteilt werden. Die weißen Farmer gaben nach der Wahl immerhin bekannt, sie wollten 200 Farmen der Regierung anbieten. Die Wahl zu seiner vierten Amtszeit im März 2002 hat Mugabe nach seiner Ansicht gewonnen - nach Meinung aller unabhängigen Wahlbeobachter (soweit sie überhaupt ins Land durften) eher nicht.

Von der
Bevölkerung sind 55 % Christen, der Rest Anhänger von Naturreligionen, Moslems und Juden.

Die
Lebenserwartung ist rapide gesunken, von ursprünglich erreichten 54 Jahren ist sie mittlerweile auf 44 Jahre gefallen. Aids hat sich hier weit stärker als anderswo ausgebreitet, seriöse Quellen meinen, dass bereits mindestens ein Viertel der Bevölkerung infiziert ist - in manchen Dörfern gibt es nur noch Greise und Kinder, Kinder, die selbst schon krank sind.

Die Vertretungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind:
Deutschland (bis zu einem Umzug nach Berlin):
Villichgasse 7, 53177 Bonn, Tel. 0228 / 356071
Österreich und Schweiz:
Strozzigasse 10/15, 1080 Wien

Bücher simbabwescher AutorInnen in deutscher Übersetzung, wie oben erwähnt, und CDs erhalten Sie gerne auf Anfrage (info@afrikahaus.net).

Die Anschrift vom Afrika-Komitee, das sich besonders um Solidarität mit Simbabwe bemüht, finden Sie unter Freundschaftsgesellschaften links in der Navigationsleiste (page 9).

Im Internet unter anderem auch zu finden unter
www.africaonline.co.zw/;
die website des Movement for Democratic Change unter
www.in2zw.com/mdc; weitere Seiten: www.e-zim.com und www.ify/africa/zimbabwe.htm; eine private, interessante Homepage zu Simbabwe ist http://home.t-online.de/home/ghkma/zimbabwe/zimbabwe.html

Einen Bericht über das Frauenprojekt AWFT African Women Filmmakers Trust finden Sie auf Seite 170.

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Eine Auswahl
Reiseführer
finden Sie
auf Seite 238
Reiseveranstalter siehe Seite 23

Nationalfeiertag:
18. April

Aktualisierte Politik- und Geschichtsdaten unter: www.netzwerk-afrika-deutschland.de/Land/simbabwe.html