Ein paar grundlegende Informationen über das Land:

Eins der kleinsten Länder Afrikas (so groß wie das deutsche Bundesland Hessen)...
Das am dichtesten besiedelte Gebiet Afrikas...
Eins der schönsten Länder Afrikas...
Das Land mit der kriegerischsten Vergangenheit und Gegenwart...
Das Land der letzten frei lebenden Berggorillas...
Das Land der tausend Hügel...

Zumindest das Letzte trifft immer noch zu, der Werbeslogan der
Republik Ruanda von vor etlichen Jahren. Die dichte Besiedlung liegt an der Fruchtbarkeit des Bodens, die immer mehr Menschen anlockte, und an der Fruchtbarkeit der Menschen, die wieder angesichts der extrem niedrigen Lebenserwartung auch gut verständlich ist. Seit Jahrhunderten gab es in diesem Land - wie in vielen anderen Ländern Afrikas - einen Gegensatz zwischen der bäuerlichen, bodenständigen Bevölkerung und den Vieh züchtenden Angehörigen einer anderen Ethnie. Hier sind es die Hutu, etwa 80 % der Bevölkerung, die von den Tutsi schon immer unterdrückt wurden. Die Kolonialmächte Deutschland und später Belgien haben dieses System eher unterstützt - und kurz vor der Unabhängigkeit gab es die erste Revolte, in deren Folge zahlreiche Tutsi vor allem nach Burundi flohen. Nach der Unabhängigkeit kam es zu häufigen Guerilla-Aktionen von Tutsis aus Burundi und in der Folge immer wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen den beiden Volksgruppen. Dem durch einen Putsch an die Regierung gekommenen General Juvénal Habyarimana gelang lange ein relativer Ausgleich. Mit dem Abschuss seines Flugzeugs begann der vorläufig letzte Kampf in und um Ruanda, an dem sich nun auch gerne die Nachbarstaaten beteiligen. Nach einem höchst wackeligen Frieden sieht es zur Zeit so aus, als ob nur noch die Präfekturen im Nordwesten, Gisenyi und Ruhengeri, besonders unsicher sind. Besonders verwerflich ist dabei der Einsatz mancher hasserfüllter Radioreporter gewesen - vom Internationalen Gerichtshof für Ruanda wurde im Juni 2000 ein belgisch-italienischer (weißer!) Radiojournalist wegen Aufstachelung zum Rassenhass zu 12 Jahren Haft verurteilt. Was bei dieser Sichtweise Ruandas unter anderem auch verloren geht, ist der Blick auf eine dritte, schon fast verlorene Ethnie, die Twa. Wie im Nachbarland Burundi leben eine kleine Gruppe Twa seit alters her im Gebiet Ruandas, heute vielleicht noch 20.000 Menschen. 1994 starben beim  großen Massaker gut 10.000 Angehörige der Twa - eine Lobby haben sie bis heute nicht. Dafür haben sie Ende Juni 2000 zum ersten Mal einen Brief an den Staatschef geschrieben mit der Bitte, sie doch bitte auch zu berücksichtigen bei der neuen Staatsverwaltung...

Die
Nachbarstaaten sind Tansania im Osten, Uganda im Norden, Kongo (ehemals Zaire) im Westen und Burundi im Süden.

Ruanda ist
unabhängig seit 1962.

Einwohnerzahl: vor Beginn des letzten Bürgerkriegs etwa 8,1 Millionen, davon nur minimale 6 bis 7 % in den Städten lebend. Die größte Stadt ist die Hauptstadt Kigali mit zuletzt 260.000 Einwohnern, niemand weiß, wie viele es jetzt sind, weitere Städte sind Butare mit 50.000 Einwohnern, Ruhengeri mit 30.000 und Gisenyi mit 26.000 Einwohnern. Ansonsten wohnt die Bevölkerung auf dem Land verstreut in Mini-Ansiedlungen von wenigen Familien. Ein großes Problem Ruandas ist AIDS: Vier Fünftel aller Todesfälle sind auf Aids zurück zu führen, 500.000 Ruander infiziert, bei 180.000 ist die Krankheit ausgebrochen, gut 150.000 starben bisher daran. Unter Vermittlung von UNAIDS wurde ein Vertrag mit dem Pharmaunternehmen Merck abgeschlossen, nach dem AIDS-Medikamente um bis zu 90 % günstiger angeboten werden können als auf dem Weltmarkt - vorausgesetzt, die Regierung garantiert, dass die subventionierten Medikamente nicht in anderen Ländern auftauchen... Während des Völkermords 1994 wurden gut 30.000 Kinder aus dem Land geflogen, etliche davon in europäische Staaten wie Italien, Frankreich und Belgien, wo sie oft ohne Rücksprache mit ruandischen Behörden adoptiert wurden, obwohl es noch Eltern oder andere Verwandte gab. Ruandas heutige Regierung fordert die Rückkehr der ausgeflogenen Kinder.

Die Amtssprache ist Kinyaruanda und Französisch. Englisch wird durch die Nähe Ugandas, Kenias und Tansanias (und jetzt der verschiedenen Hilfsorganisationen) auch verstanden, ebenso Kisuaheli (Swahili).

Die
Haupteinnahmequellen des Staates sind nicht mehr anzugeben - Hilfslieferungen? Eigentlich Kaffee und Tee. Im Dezember 2000 entschied sich der Internationale Währungsfonds für Schuldenentlastungen bei 17 afrikanischen Staaten, unter anderen auch Ruanda.

Das
Staatsoberhaupt ist zuletzt Pasteur Bizimungu gewesen, nun ist es Paul Kagane, ein Mann, dem selbst aktive Beteiligung am Völkermord vorgeworfen wird. Regierungschef ist Bernard Makuza.

Von der
Bevölkerung sind 50 % Christen, 10 % Moslems und der Rest Anhänger von Naturreligionen. Wie die Bevölkerung heute wieder zusammen findet, lesen Sie in einem Bericht über Klein - Kredit - Projekte (p. 227)

Die
Lebenserwartung ist schon vor dem letzten Bürgerkrieg absolut niedrig gewesen, sie betrug nur 41 Jahre. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Die
Vertretungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind:
Deutschland (bis zu einem Umzug nach Berlin) und Österreich:
Beethovenallee 72, 53173 Bonn, Tel. 0228 / 367 0236
Schweiz:
Eigerstraße 60, 3007 Bern

Bücher zu Ruanda haben so seltsame und traurige Titel wie „Habt Ihr uns vergessen?", „Ein Volk verlässt sein Land" oder „Wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir morgen mit unseren Familien umgebracht werden - Berichte aus Ruanda". Sie erhalten sie auf Anfrage unter info@afrikahaus.net.

Im Internet:
www.rwandemb.org

Impressum:

Sie erreichen uns auf verschiedene Weise:
- per
e-mail:   
(Musik@afrikahaus.de / Bücher@afrikahaus.de /
Termine@afrikahaus.de / Webmaster@afrikahaus.de
)
- per
Fax:              (+49) (0)5681 / 9309 - 77
- per
Telefon:       (+49) (0)5681 / 9309 - 99
- per
Post:             Postfach 1214, 34568 Homberg
-
persönlich:         Remsfelder Str. 4, 34576 Homberg
-
Ansprechpartner / Inhaber: Jan Klevinghaus
-
inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV: Jan Klevinghaus
-
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß
  § 27a Umsatzsteuergesetz:
DE 213693538

Sprachführer Kinyarwanda
Seite 238

Nationalfeiertag (wenn er denn gefeiert wird):
1. Juli

Aktualisierte Politik- und Geschichtsdaten unter: www.netzwerk-afrika-deutschland.de/Land/Ruanda.html