Ein paar grundlegende Informationen über das Land:

Niger heißt der Fluss, an dem die Hauptstadt des Niger liegt, Niamey, im äußersten Südwesten des Landes. Der Niger ist aber auch fast das einzige größere Gewässer, denn der Tschadsee im Südosten trocknet immer mehr aus. Entsprechend wichtig ist „gutes" Ackerland für den Staat; schön, dass der seit den Sechzigern schwelende Konflikt mit Benin um die ca. 60 Quadratkilometer großen Lete-Inseln im Niger jetzt vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag ausgetragen wird - und nicht militärisch! Während im Überschwemmungsgebiet des Niger sogar Reis angebaut wird, besteht der Großteil des Landes aus Wüste. Hier leben nur noch die nomadisierenden Tuareg und Viehzüchter - das Landesinnere ist reine Wüste (die Ténéré). Regen fällt so gut wie nicht - 50 Millimeter im Norden - und Ackerbau ist fast unmöglich. So gehört auch Niger wie die anderen Sahelstaaten zu den ärmsten Ländern der Welt. Das macht sich auch in der Schulbildung bemerkbar: mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind Analphabeten. Gesundheitsversorgung gibt es nur in den Städten - oft sind tagelange Märsche erforderlich, um zu einem Krankenhaus zu gelangen. In seiner Weihnachtsansprache 2000 versprach Präsident Tandja, etwa 1000 Dörfer mit einer Mindesteinwohnerzahl von eintausend Menschen würden 2001 eine Schule, einen Brunnen und ein Gesundheitszentrum erhalten. Die Gesundheitszentren sollten in der Lage sein, die Hauptkrankheiten Malaria, Meningitis und AIDS zu bekämpfen. Darüber hinaus würden 100 kleine Dämme gebaut werden, um den wenigen Regen aufzufangen. Er rief die Bevölkerung dazu auf, aktiv gegen die fortschreitende Desertifikation (Verwüstung) vorzugehen und Bäume zu pflanzen (auch in Niger benutzen 90 % der Haushalte Feuerholz zum Kochen). Die auch durch die Desertifikation bedingten Zusammenstöße zwischen Ackerbauern und Viehzüchtern - bis weit in den Bundesstaat Jigawa in Nigeria hinein - nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu.

Der Streit, heftig ausgetragen, mit
Tuaregs und anderen nomadisierenden Stämmen im Norden des Landes, wurde -scheinbar- Mitte 2000 endgültig beigelegt, als ab dem 8. Juni in Agadez die „letzte" Demilitarisierung der Tuaregs begonnen wurde, um sie „in die Gesellschaft einzugliedern".

Die
Nachbarstaaten sind im Osten der Tschad, im Norden Libyen und Algerien, im Westen Mali und Burkina Faso, im Süden Benin und Nigeria. Alle Nachbarstaaten sind nur sehr beschwerlich zu erreichen; um das zu verbessern, gibt es seit Jahren die Idee, Niger mit Libyen durch eine Eisenbahn quer durch die Sahara zu verbinden. Im Sommer 2000 scheint eine solche Verbindung tatsächlich Realität werden zu können. Libyens Regierungschef Gadhafi sagte auf einer Kundgebung in Zinder, 900 Kilometer nordöstlich von Niamey, eine solche Verbindung sei unbedingt erforderlich...

Niger ist
unabhängig seit 1960.

Einwohnerzahl: etwa 10,8 Millionen, davon noch keine 20 Prozent in Städten lebend.
Die größten Städte sind Niamey mit geschätzt 600.000 Einwohnern, Zinder mit 130.000 Einwohnern, Maradi mit 120.000, Tahoua mit 55.000 und Agadez mit 52.000 Einwohnern.

Die Amtssprache ist Französisch.

Die
Haupteinnahmequellen des Staates sind zu 50 % Verkäufe von Uran, ansonsten landwirtschaftliche Produkte bzw. lebende Tiere.

Das
Staatsoberhaupt ist bis April 1999 Ibrahim Bare Mainassara gewesen, der durch einen von vielen Coup d´Etats gestürzt wurde und von Doaouda Malam Wanke abgelöst wurde; in freien Wahlen wurde ein weiterer ehemaliger Militäroffizier, Tandja Mamadou, zum neuen Präsidenten gewählt. Regierungschef ist Hama Amadou.

Von der
Bevölkerung sind 80 % Moslems.

Die
Lebenserwartung ist auf Grund der schlechten klimatischen Lage unglaublich niedrige 29 Jahre; noch vor ein paar Jahren lag sie mit 47 Jahren im Mittelbereich. Besonders schlimm ist, dass sich Säuglings- und Kindersterblichkeit in den letzten Jahren erheblich verschlechtert haben (17 bzw. 28%); jedoch sind die Todesfälle durch AIDS heute insgesamt höher als die traditionellen Todesfälle durch Malaria oder Cholera. Auffallend sind hier wie im Sudan die vielen Meningitisfälle, allein im ersten Halbjahr 2000 waren es fast 1000 Tote! Die regionale Hilfe ist hier besonders hervor zu heben: Nigeria hat nach Bekanntwerden der Meningitis - Epidemie im Frühjahr 500.000 Einzeldosen Impfstoff zur Verfügung gestellt!

Die
Vertretungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind:
Deutschland (bis zu einem Umzug nach Berlin):
Dürenstraße 9, 53173 Bonn, Tel. 0228 / 354814
Österreich:
Ambassade de la Republique du Niger, Avenue Franklin Roosevelt 78, 1050 Bruxelles
Schweiz:
Rue de Longchamp 154, 75116 Paris

Bücher zu Niger auf Anfrage (info@afrikahaus.net), Informationen zu Abdoua Kanta hier (page 103).

Im Internet nur „um die Ecke":
www.unesco.org/delegates/niger


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Sprachführer Hausa
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