Ein paar grundlegende Informationen über das Land:

Das letzte Land Schwarzafrikas, das unabhängig wurde: erst 1990 war Namibia, Südwestafrika, ganz offiziell von der „Schutzmacht" Südafrika unabhängig geworden. Der Name leitet sich von der Namib-Wüste ab, die große Teile des Landes bedeckt. Trotz der langen Küste ist es im ganzen Land extrem regenarm, die Tiere und Pflanzen der Namib-Wüste leben allein vom morgendlichen Tau, der sich über die Wüste legt, weil extrem wenig Wasser des Meeres verdunstet. Der Reichtum des Landes liegt unter der Erde. Viele Bodenschätze werden abgebaut - Uran, Kupfer, Zink, Zinn, Blei, Wolfram, Vanadium sowie Diamanten. Das ändert aber nichts daran, dass auch heute noch gut 50 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig sind.


Zur
Situation des Volks der Himba (page 183)

Zum Verständnis des Landes ist hier sicher die koloniale Vergangenheit wichtig: Von 1883 bis zum Ersten Weltkrieg war das Land deutsche Kolonie, die ihre Vormachtsstellung den Einheimischen gegenüber durch das Niederschlagen mehrerer Aufstände äußerst brutal einforderte. Es wurden mindestens 80.000 Herero und Nama umgebracht, und der verantwortliche deutsche Offizier rühmte sich sogar noch, die Herero immer weiter in die Wüste getrieben zu haben, wo sie elend verdursteten... Die Deutschen sind bis heute geblieben, als Viehzüchter und neuerdings immer mehr als Gastgeber für die vielen Touristen, die die wunderschöne Landschaft Namibias genießen wollen. Nur Amtssprache ist Deutsch nicht mehr, und die Kaiserstraße in der Hauptstadt Windhuk ist mittlerweile auch umbenannt in Independance Avenue.


Bewohnt war das Gebiet schon etliche Tausend Jahre vor den Kolonialisten: Felsbilder besonders des Brandbergs, eines sich direkt aus der Ebene erhebenden Berges, der schon in hundert Kilometer Entfernung gesehen werden kann, sind vermutlich 25.000 Jahre alt!


Die Nachbarstaaten sind im Süden die Republik Südafrika, die das Land erst verwaltete und dann trotz UNO-Beschluss (1966) das Land weiter besetzt hielt, im Osten Botswana mit der riesigen Kalahari-Wüste, im Norden ein kleines Eckchen Sambia und Angola. Zu Angola bestehen seit den Zeiten des Unabhängigkeitskampfes freundschaftliche Beziehungen: als Angola im internen Kampf von UNITA und MPLA fast zerrieben wurde, durfte die namibische SWAPO trotzdem von Angola aus operieren. Gemeinsam mit Kubanern und Kämpfern der MPLA gelang vom Stützpunkt Cuito Cuanavale der entscheidende Vorstoß gegen Südafrika, der die Regierung in Pretoria dazu brachte, der Unabhängigkeit Namibias zuzustimmen. Nachdem es auf namibischer Seite mehrere Anschläge mit vielen Toten und Verletzten gab, die eigentlich der UNITA zugeschrieben wurden, mehren sich im Land Stimmen, die behaupten, dass Angola selbst solche Anschläge durchführt, um die Weltmeinung gegen die UNITA zu schüren... Zwischen Angola und Botswana schiebt sich der so genannte Caprivi-Zipfel, ein Streitpunkt vor hundert Jahren und auch gerade heute wieder.


Namibia ist
unabhängig seit 1990.

Einwohnerzahl: etwa 1,7 Millionen, davon 39 % in Städten lebend, nämlich in der Hauptstadt Windhuk etwa 170.000 Einwohner und in Swakopmund am Eingang der Walfischbai etwa 16.000 Einwohner; Walfischbai selbst etwa 50.000, Oshakati 39.000, Ondangwa 35.000 und Rehoboth 22500 Einwohner. Noch immer gibt es neben Deutschstämmigen, die seit mehr als hundert Jahren in „Südwest" gelebt haben und teils riesige Farmen (über 10.000 Hektar) besitzen, auch viele Deutsche, die z.B. in der Tourismus - Branche Unternehmen eröffnet haben.

Die Amtssprache ist Englisch; tatsächlich wird Deutsch noch von vielen Menschen und Afrikaans sowie einheimische Sprachen von Bevölkerungsteilen gesprochen.

Die
Haupteinnahmequellen des Staates sind zu 40 % die Bodenschätze, vor allem Diamanten, außerdem Fischfang und andere Agrarprodukte und in zunehmendem Maß der Tourismus. Die besonders sensiblen Gebiete des Landes mussten bereits durch strikte Umweltauflagen geschützt werden, die Gesamtbesucherzahl wurde auf 650.000 pro Jahr beschränkt. 13 % der Landesfläche stehen unter Naturschutz, darunter eines der ältesten Schutzgebiete Afrikas, die über 22.000 km² große Etoschapfanne im Norden; dabei werden die stark wachsenden Elefantenherden zunehmend zu einem Problem.

Das
Staatsoberhaupt ist seit der Unabhängigkeit der Vorsitzende der South West African People´s Organisation (SWAPO), Samuel Daniel Nujoma. Als Gründungsvater des Staates wurden ihm [bisher...] drei Amtsperioden zugebilligt, nach denen der Nachfolger wieder nur zwei Perioden im Amt bleiben darf. Premierminister ist Hage Gottfried Geingob. Namibias Afrika-Politik ist stark von ihren eigenen Erfahrungen während der Unabhängigkeitskämpfe bestimmt, mit ein Grund für das Engagement in Kongo zur Unterstützung der Regierung Kabila, in dem sich Namibia stark für eine Einmischung der UNO einsetzt (von der Kongolesen auf Grund deren Einsatz gegen Lumumba nicht viel halten).

Von der
Bevölkerung sind über 80 % Christen.

Die
Lebenserwartung ist auch in Namibia innerhalb weniger Jahre drastisch gesunken: von erreichten 56 Jahren auf jetzt nur noch 51 Jahre.

Die
Vertretungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind:
Deutschland und die Schweiz:
Wichmannstr. 5, 10787 Berlin, Telefon 030 / 2540 9510
Österreich:
Strozzigasse 10/15, 1080 Wien

Der namibische Autor Giselher W. Hoffmann ist Autor des Jahres 2001 (page 275); seine Bücher sowie die anderer namibischer Autoren (page 95) und in diesem Fall auch einige Reiseführer, die uns wirklich überzeugt haben, erhalten Sie auf Anfrage: info@afrikahaus.net.

Die Anschrift einer
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Im World Wide Web zu finden unter anderem
hier: www.horizon.fr/namibia/aframeset.html; viele weitere empfehlenswerte Web-Adressen finden Sie auf der Seite Reisen (page 23).