Ein paar grundlegende Informationen über das Land:

Ein Land, das wenig Europäer kennen, ist
Malawi, das Land das sich selbst „das warme Herz Afrikas" nennt, eins der „landlocked countries" mit jeder Menge Fischer auf dem Malawisee, 700 Kilometer lang und an der breitesten Stelle kaum mehr als 200 Kilometer breit. Zur Apartheidzeit war Malawi das einzige Land Afrikas, dessen Regierung ganz offiziell mit der Republik Südafrika zusammenarbeitete.

Klimatisch ist das Land zweigeteilt - der Norden feucht mit acht bis neun Monaten Regenzeit und ausreichender Niederschlagsmenge, der Süden mit nur fünf bis sechs Monaten Regenzeit und Niederschlägen weit unter 1000 Millimetern. Neben lichten Wäldern, vor allem auf den bis zu 2300 m hohen Bergen, gibt es Feuchtsavannen im zeitweise überfluteten Tiefland. Aufgrund des guten Klimas gehört Malawi zu den am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas (besonders der Süden). Auffallend und ein Zeichen für die Bodenfruchtbarkeit ist der absolut niedrigste Verstädterungsgrad Afrikas --nur 15 % leben in den Städten, und, wichtiger noch, dieser Wert bleibt seit Jahren annähernd konstant (1986 - 12 %). Noch heute in der Hand von Europäern sind Tabakplantagen, eins der wichtigsten Ausfuhrgüter Malawis neben Baumwolle, Tee und Erdnüssen.

Seit der Erlangung der Unabhängigkeit 1964 regierte die Malawian Congress Party des Dr. Hastings Kamuzu Banda das Land, seit 1971 als selbst ernannter „Präsident auf Lebenszeit", und erhielt ihm mit ziemlich harter Hand die Stabilität; auf diesen Titel verzichtete er 1993, nachdem er eine Generalamnestie verkündet hatte für alle politischen Gegner. Banda starb 1997 in Südafrika, wahrscheinlich 99 Jahre alt. Sein Nachfolger ist Bakili Muluzi der United Democratic Front.

Die
Nachbarstaaten sind Mosambik im Osten, jenseits des Malawisees, sowie im Süden und Südwesten (über 1500 km gemeinsame Grenze!), Sambia im Westen sowie Tansania im Nordosten.

Malawi ist
unabhängig seit 1964 als Nachfolger von Britisch-Njassaland. Jedoch hatte es schon sehr früh, 1915, einen fehl geschlagenen Aufstand unter John Chilembwe gegen die britische Kolonialmacht gegeben.

Einwohnerzahl: etwa 10,8 Millionen, davon wie gesagt nur knapp 14 % in Städten lebend. Die größten Städte sind das Industrie- und Handelszentrum Blantyre im Süden mit 480.000 Einwohnern (benannt nach Livingstone´s Geburtsstadt!), die Hauptstadt Lilongwe (seit 1975) fast in der Mitte des Landes mit etwa 420.000 Einwohnern sowie Mzuzu im nördlichen Malawi mit etwa 65.000 Einwohnern und der alte Regierungssitz von Njassaland und erster Hauptzstadt Malawis, Zomba mit 65.000 Einwohnern. Durch die großen Überflutungen im Winter 2001 wurden mindestens 200.000 Menschen (vorüber gehend) obdachlos.

Die Amtssprache ist Chichewa, Englisch wird verstanden und als Handelssprache benutzt.

Die
Haupteinnahmequellen des Staates sind Tabak (70% des Exports) sowie Tee und Zucker (mit je etwa 7%), die auch zum großen Teil im Land verarbeitet werden. Ein Problem des Landes ist die horrende Inflation von etwa 45 % bei 50 % pro Jahr. Mit einem Durchschnittseinkommen von gerade mal 200 US-$ hat Malawi das niedrigste Einkommen aller SADC - Länder (Durchschnitt: 360 US-$). Die neueste Statistik der UNO (2000) sagt auch, dass „die Mehrheit der Malawier durchschnittlich 58% weniger verdient als noch 1982". Mit diesen Zahlen liegt Malawi auf Platz 157 von 174 Staaten nach dem UNDP - „Human Development Index". Zwei Drittel der städtischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, aber eine kleine Elite ist auch in Malawi unermesslich reich. So wurde beispielsweise der frühere Erziehungsminister Malawis, Brown Mpinganjira, wegen Veruntreuung von glatten zwei Millionen US-Dollar Ende Dezember 2000 verhaftet. Ebenfalls Ende Dezember 2000 wurde von Weltbank und Internationalem Währungsfonds ein Schuldenerlass von rund zwei Milliarden DM beschlossen - als zweites Land nach Uganda. Dies erspart dem Land jährliche Zinszahlungen von etwa 50 Millionen US-$. Hauptschuldner sind neben IWF und Weltbank die Afrikanische Entwicklungsbank und Japan und Großbritannien.

Der
Fremdenverkehr wird für das Land immer wichtiger - es ist auch wirklich ein besuchenswertes Land! Links zu Reiseveranstaltern auf der Reise-Seite (p. 23). Zu Apartheidszeiten war Malawi „gesegnet" mit südafrikanischen Touristen, weil es keine anderen Urlaubsziele gab, jetzt sieht das ganz anders aus und Malawis Fremdenverkehrsindustrie hat schwer zu kämpfen; dabei muss Malawi neben den Tabakexporten (deren Erlös massiv zurückgeht) unbedingt andere Quellen nutzen, um sein Defizit aufzuholen. Anstrengungen werden gemacht, zum Beispiel mit dem Vwaza - Sumpftierreservat, dem Nkhotakota - Wildtierreservat, dem Kasungu Nationalpark oder dem Liwonde Nationalpark.

Das
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef, ist seit 1994 der Moslem Bakili Muluzi; die Religion steht hier nur deshalb, weil sie die Politik Muluzis stark beeinflusst. Oppositionsführer sind Gwanda Chakuamba von AFORD / Alliance for Democracy und Chakufwa Chihana (MCP)

Von der
Bevölkerung sind nach neuesten Angaben nur noch 45 % Christen (früher hieß es 75 %), 47 % Anhänger von Naturreligionen, der Rest Minderheiten der Moslems, Bahai und Hindus, wobei sich der Anteil der Moslems stetig erhöht und mittlerweile gute 8 % erreicht hat. Gleichzeitig steigt auch durch den islamischen Präsidenten der Einfluss des Islam, die Regierung nähert sich stark arabischen Staaten wie Libyen an, was zum Beispiel dazu führte, dass der bisherige so genannte „Bibelunterricht" an den Schulen jetzt offiziell „Moralische Erziehung" heißt und viel islamisches Gedankengut aufnimmt - sehr zum Ärger der christlichen Kirchen im Land. Gleichzeitig wurde ein umfangreiches Bauprogramm von Moscheen im ganzen Land gestartet. Zur Situation der Frau in Malawi ein Bericht auf Seite 226

Die
Lebenserwartung ist äußerst gering, sie sinkt jährlich in einem nicht vorstellbaren Maß: sie betrug 1998 noch 43 Jahre, hervorgerufen durch eine sehr hohe Säuglings-(13 %) und Kindersterblichkeit (22 %) und seit einiger Zeit durch eine sehr hohe Ausbreitungsrate von AIDS. Die im Juli 2000 vorgelegte jüngste Studie der UNO gibt nur noch eine Lebenserwartung von 36 Jahren an!! Eine ebenfalls gerade erschienene Studie der katholischen Kirche belegt die Ausbreitung von AIDS besonders durch Gefängnisinsassen(!), die gegen Bestechung der Wärter junge Gefangene aus der Arrestabteilung der Gefängnisse „zugeführt" bekommen und diese dann auch an andere Gefangene weiter „vermieten". Die Einschulungsquote dagegen ist drastisch gestiegen, in wenigen Jahren nahm sie um mehr als 10 Prozent zu, was natürlich auch zu größeren Klassen von durchschnittlich weit mehr als vierzig Schülern führte.

Die
Vertretung für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist:
Mainzer Straße 124, 53179 Bonn, Tel. 0228 / 943350, Konsulat: Brook 2, 20457 Hamburg, Tel. 040 / 363655

Die Anschrift einer
Freundschaftsgesellschaft, die sich ganz besonders um die ärztliche Versorgung im Norden Malawis kümmert, finden Sie unter Freundschaftsgesellschaften links in der Navigationsleiste (page 8).

Impressum:

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Reiseveranstalter siehe Seite 23

Nationalfeiertag:
6. Juli

Aktualisierte Politik- und Geschichtsdaten unter: www.netzwerk-afrika-deutschland.de/Land/Malawi.html