Ein paar grundlegende Informationen über das Land:

Liberia, das Land der Freien: 1847 erklärten repatriierte Sklaven an der Küste Liberias die Unabhängigkeit - somit ist Liberia die erste Republik Afrikas. Die Gesellschaften der ehemaligen Sklaven, der so genannten Amerikoliberianer, und der einheimischen Bevölkerung der Vai, Kru und Gola lebten lange nebeneinander her, erst 1947, also hundert Jahre später, wurden alle Liberianer auf dem Papier gleich gestellt - mit einer Ausnahme: die hier besonders stark vertretenen libanesischen Händler dürfen bis heute weder Grund und Boden kaufen noch wählen noch die liberianische Staatsangehörigkeit erwerben (und mögen sie noch so lange im Land leben). Trotzdem bildeten die Amerikoliberianer lange Zeit die Oberschicht des Landes und besetzten alle Führungspositionen. Erst mit Präsident Tubman, dessen Mutter eine Einheimische war, änderte sich dieses Verhältnis etwas. Nach einem Militärputsch, bei dem Tubmans Nachfolger Tolbert umkam, regierte Samuel Kanyon Doe das Land; heute ist unklar, ob der offizielle Präsident Charles Ghankay Taylor das Land auch wirklich unter Kontrolle hat. Noch Ende 2000 musste er wieder den Notstand ausrufen in der Provinz Lofa, 220 Kilometer nördlich von Monrovia. Rund um die Provinzhauptstadt Voinjama nahe der guineischen Grenze wird immer wieder gekämpft. Die während des (Bürger-?)Kriegs (Dezember 1989 - Ende 1999) besonders in die Elfenbeinküste geflüchteten Liberianer sind seit Januar 2000 wieder verstärkt nach Liberia zurückgekehrt. Berüchtigt ist Liberia wegen des seinerzeitigen Landverkaufs von gut 400.000 Hektar an die amerikanische Reifenfirma Firestone - sie handelt(e) auf ihren Gummiplantagen wie ein Staat im Staat. Berühmt ist Liberia vor allem wegen seiner großen Schiffsflotte, der zweitgrößten der Welt nach Panama. Liberia gehört mit Guinea und Sierra Leone zur Mano River Union, einer regionalen Wirtschaftsvereinigung.

Die
Nachbarstaaten sind im Osten die Elfenbeinküste, im Norden Guinea und im Nordwesten Sierra Leone.

Liberia ist formell
unabhängig seit 1847; das Liberia genannte Land war zunächst nur ein schmaler Streifen an der Küste, den die amerikanische American Colonization Society gekauft hatte und wo sie gegen den Willen der Einheimischen freigelassene Sklaven ansiedelte, das dazu gehörige Hinterland kam erst später dazu.

Einwohnerzahl: etwa 3 Millionen, davon über 45 % in den Städten, hauptsächlich in der Hauptstadt Monrovia (gut 1,5 Millionen Einwohner), lebend. Im Land leben etwa 150.000 Flüchtlinge aus Sierra Leone, aber gut 300.000 Liberianer haben das Land verlassen und kommen erst jetzt allmählich wieder zurück.

Die Amtssprache ist Englisch.

Die
Haupteinnahmequellen des Staates sind die Einnahmen aus der Schiffsregistrierung, aus Eisenerz- und Kautschukexport und aus dem Verkauf von Holz (zum Thema Regenwaldvernichtung siehe page 198), Kaffee und Kakao sowie -sicher einer der Kriegsgründe- Diamanten. Im ersten Halbjahr 2000 exportierte Liberia Diamanten in einer Größenordnung vom Fünffachen seiner eigenen Förderkapazitäten, für die Weltöffentlichkeit ein ziemlich eindeutiger Beweis dafür, dass Liberia auch Diamanten aus Sierra Leone vermarktet, mit denen der angebliche „Bürgerkrieg" finanziert wurde, mit ein Auslöser für die „Blutdiamantenkampagne", die zum teilweisen Ausstieg der Firma De Beers aus dem Diamantenhandel führte. Vorwürfe, durch Aufkäufe von Diamanten Sierra Leones Rebellen zu finanzieren, hat Liberia stets heftigst zurück gewiesen. Die Schäden, die im Bürgerkrieg 1989-1997 entstanden sind, sind besonders im Infrastrukturbereich immens; allein die Wiederherstellung der Stromversorgung würde mehr als 100 Millionen US-$ kosten. Gleichzeitig geht -kriegsbedingt- auch der Ertrag der Landwirtschaft zurück. Beispielsweise wurden 1988 über 250.000 Tonnen Reis geerntet, in 2000 nur noch 144.000.

Das
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef, ist zur Zeit Charles Ghankay Taylor, höchst umstritten wegen seiner Unterstützung für den sierra leonischen Rebellen Foday Sankoh.

Von der
Bevölkerung sind etwa 70 % Anhänger von Naturreligionen, 20 % Moslems und 10 % Christen.

Die
Lebenserwartung sinkt und ist angeblich heute etwa 48 Jahre bei einer extrem hohen Säuglingssterblichkeit von weit über 15 % und einer Kindersterblichkeit von 24 % - und immer noch ansteigend! Immer wieder wird von Masern- oder Choleraepidemien berichtet, Krankheiten, die potentiell heilbar wären, an der aber dennoch jedes Jahr viele Kinder sterben. Ernährungsmäßig war Liberia in vielen Bereichen Selbstversorger - bis zum Krieg. 1988 produzierte Liberia zum Beispiel fast 260.000 Tonnen Reis, in 2000 nur noch 145.000, es mussten etwa 200.000 Tonnen eingeführt werden.

Die
Vertretungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind:
Deutschland (bis zu einem Umzug nach Berlin) und Österreich:
Mainzer Straße 259, 53179 Bonn , Tel. 0228 / 340822
Schweiz:
Ambassade de la Republique du Liberia, Rue Jacques Bingen 8, 75017 Paris

Einen kleinen Einblick in das Leben in Liberia zu Präsident Tubmans Zeit gibt das Buch von Hans J. Massaquoi „Neger, Neger, Schornsteinfeger", unser
Buch des Monats Oktober 1999. (page 21)

Im Internet:
www.liberiaemb.org

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(theoretischer)
Nationalfeiertag:
26. Juli
(Unabhängigkeit 1847)

Aktualisierte Politik- und Geschichtsdaten unter: www.netzwerk-afrika-deutschland.de/Land/Liberia.html