Ein paar grundlegende Informationen über das Land:

Auch heute noch ist
Guinea-Bissau eins der ärmsten Länder Afrikas, nicht größer als die Schweiz. Grundsätzlich ist es eher flach mit Ausnahme des Südosten, der bis auf etwa 300 Meter Höhe ansteigt. Vor dem Festland gibt es etliche Inseln, die Bijagos Inseln, sowie Jeta, Ocurri, Mosquitos, Pecixe und andere. Durch die Kolonialverwaltung Portugals wurde das Land so stark ausgebeutet, dass schon 1956 ein Unabhängigkeitskampf unter Amilcar Cabral, dem Vorsitzenden der Partido Africano para a Independencia da Guinea e Cabo Verde (PAIGC), begonnen wurde. Amilcar Cabral, in einem Atemzug mit Patrice Lumumba aus dem Kongo und Kwame Nkrumah aus Ghana genannt, wurde im Januar 1973 in Conakry/Guinea von wahrscheinlich portugiesischen Sicherheitsleuten ermordet. Dieser Mord konnte aber den Lauf der Zeit nicht aufhalten: 1974 wurde Guinea-Bissau unabhängig. Das Land hat heute leider mit die höchste Kindersterblichkeit in ganz Afrika (22 %). Im Gegensatz zu anderen Sahel - Randstaaten hat Guinea-Bissau im Jahr 1999 eine geringere Ernte eingefahren als im Vorjahr; eine überdurchschnittliche Ernte im Jahr 2000 glich das wieder ein bisschen aus.

Die
Nachbarstaaten sind Senegal und Guinea; mit Senegal gibt es häufig Ärger wegen der anliegenden Provinz Casamance, immer wieder kommt es zu Überfällen von Separatisten der Casamance aus dem Hinterland Guinea-Bissaus. Im August 2000 einigten sich Senegal und Guinea-Bissau schließlich auf gemeinsame Grenzpatrouillen sowie auf Verfolgung auch im Hinterland. Ende Februar 2001 wurden in der Hauptstadt Bissau mehr als 60 Menschen festgenommen, denen die Unterstützung der MFDC vorgeworfen wurde, fast alles Angehörige der Jola, die in beiden Ländern wohnen und das Rückgrat der MFDC bilden.. Streit bis hin zur Vertreibung gibt es aber auch innerhalb Guinea-Bissaus, z.B. im Juni 2000 zwischen Fulanis und Feloupes, als Fulanis eine Moschee ohne Zustimmung des örtlichen traditionellen Chiefs bauen wollten (die staatliche Genehmigung lag ihnen allerdings vor).

Guinea-Bissau ist
unabhängig seit 1974.

Einwohnerzahl: etwa 1,2 Millionen, davon leben allein 30 % in der Hauptstadt Bissau bzw. ihrem Umland. Die größten Städte sind die namensgebende Hauptstadt Bissau mit geschätzt 150.000 Einwohnern, die Stadt Bafata mit 34.000 Einwohnern und die Kleinstadt Gabu mit 10.000 Einwohnern.

Die Amtssprache ist Portugiesisch; Pläne, das Kreolische als Amtssprache einzuführen, scheiterten an der unterschiedlichen Ausformung des Kriol in den verschiedenen Regionen des Landes. Verstanden wird auch Fulani (Fulfulde).

Die
Haupteinnahmequellen des Staates sind landwirtschaftliche Produkte: Cashewnüsse, Baumwolle, Erdnüsse, Fisch, Kokosnüsse, Palmöl und Tropenholz. Wie wenig gut es dem Land geht, zeigt eine kleine Notiz: die seit dem letzten Putschversuch im November 2000 inhaftierten ca. 100 Putschisten können nicht vor Gericht gebracht werden, weil es der Justiz an Papier fehlt und es nur eine einzige Schreibmaschine für die drei zuständigen Staatsanwälte gibt...

Das
Staatsoberhaupt ist seit seinem Putsch 1980 bis 1999 Joao Bernardo Vieira gewesen; er wurde im Mai 99 von Teilen des Militärs gestürzt. In den Parlamentswahlen, zu der mehrere Parteien antraten, hat die seit der Unabhängigkeit regierende PAIGC die Macht verloren, erreichte nur noch 25 der 102 Parlamentssitze. Neuer Präsident von Guinea-Bissau, gewählt mit 72 % der Stimmen und ins Amt eingeführt am 17.2.2000, ist der langjährige Oppositionsführer Kumba Yala (geboren 1954). Vieira hat derweil in Portugal politisches Asyl erhalten. Premierminister ist Faustino Imbali, die Regierung bildet die PRS Partido para a Renovacâo Social. Oppositionsführer der Alianca socialista da Guine ist Fernando Gomes, der PAIGC Francisco Benantes. Seit die RGB / Resistencia da Guinea-Bissau / Movimento Bafata im Januar 2001 aus der Regierung austrat, ist die regierende PRS auf die Unterstützung der PAIGC angewiesen.

Die während und vor dem Putsch aufgeblähte Anzahl Soldaten (von 6000 auf 15.000 Mann) soll im Lauf der nächsten Monat wieder auf den ursprünglichen Stand zurück geführt werden, indem mit einem Aufwand von acht Millionen US-$ zivile Jobs bereit gestellt werden sollen. Nach Einschätzung vieler Beobachter droht dem Land immer noch ein erneuter Militärputsch; im November 2000 schlug ein Putschversuch des Stabschef Ansumane Mane fehl.

Von der
Bevölkerung sind 54 % Anhänger von Naturreligionen, 38 % Moslems und trotz der portugiesischen Missionierungsbestrebungen nur weniger als zehn Prozent Christen. Die Bevölkerung gehört im Wesentlichen zu vier großen ethnischen Gruppen, den Fula (25 %), Mandinga (17 %), Manjaca (18 %) und als größte Gruppe die Balenta (37%). Kleinere Gruppen sind z.B. Fulanis und Feloupes.

Die
Lebenserwartung ist extrem niedrig und liegt bei etwa 44 Jahren, die Säuglingssterblichkeit liegt bei über 13 %, Kindersterblichkeit bei über 20 %, das heißt, jedes fünfte Kind überlebt die ersten fünf Jahre nicht.

Die
Vertretungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind:
Deutschland:
Konsulat, Heegermühle 45, 13158 Berlin;
Honorarkonsulat, Sögestr. 18-20, 28195 Bremen
Österreich:
Botschaft der Republik Guinea-Bissau, Kaasgrabengasse 61, 1190 Wien
Schweiz:
Ambassade de la Republique de Guiné-Bissau, Avenue Franklin Roosevelt 70, 1050 Brüssel

Künstler aus Guinea-Bissau, die eigene CDs veröffentlicht haben, sind u.a. Justino Delgado, Sambala Kanoute, N´Kassa Cobra und Super Mama Djembo.
Zur Zeit des Befreiungskampfs der PAIGC gab es in Europa viele Unterstützungsgruppen und
Freundschaftsgesellschaften, heute haben wir nur noch einen Freundschaftsverein gefunden:
Amizade e.V. (siehe Seite 8 ganz unten)

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Jan Klevinghaus
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DE 213693538

Nationalfeiertag:
24. September

Aktualisierte Politik- und Geschichtsdaten unter: www.netzwerk-afrika-deutschland.de/Land/Guinea-Bissau.html