Ein paar grundlegende Informationen über das Land:

Drei Volksgruppen bestimmen das Leben in Burundi: im Regenwald an der kongolesischen Grenze lebt die kleinste Bevölkerungsgruppe (etwa 1%), die Pygmäen / Twa, im Hochland leben die beiden wichtigsten Gruppen, die meist Acker bauenden Hutu, die eine Mehrheit von über 85 % der Bevölkerung bilden, und die Vieh züchtenden Tutsi, die Minderheit, die aber seit deutschen Tagen die Macht hat (und das z.B. traditionell auch an der Stärke ihrer Viehherden fest macht). Dieses Missverhältnis von Bevölkerungsanteil und Machtanteil, aber auch von Bodennutzung für Früchte und für Tiere führte zu häufigem Streit seit der Unabhängigkeit, von der ehemaligen Kolonialmacht Belgien (seit 1923, nach den Deutschen) mit provoziert, und zu verschiedentlichen Pogromen gegen die jeweils andere Volksgruppe. Da dieser Bürgerkrieg seit 1993 mit Unterstützung von außen fortdauert, sind die paar Zahlen im Folgenden nur Schätzungen. Mehr als 250.000 Menschen kamen seither ums Leben, mindestens 800.000 sind auf der Flucht, davon 300.000 in Tansania. Zur Beilegung der Konflikte gibt es eine Gruppe Unterhändler, zu denen nach dem Tod von Tansanias Julius Nyerere jetzt auch Südafrikas Nelson Mandela gehört - es sieht nicht so aus, als gebe es eine sofortige Lösung, dafür sind die ökonomischen Voraussetzungen des Landes einfach zu schlecht und die Eigeninteressen der verschiedenen Verhandlungspartner zu hoch. Einige der verschiedenen Parteien und Fraktionen (es sind mindestens 18!) stimmen Friedensvorschlägen zu, andere nicht, besonders Jean Bosco Ndayikengurukiye von der CNDD (Conseil National pour la défense de la démocratie) / FDD - Fraktion und Leonard Nyangoma von der anderen CNDD - Fraktion sowie die Gruppierung PALIPEHUTU-FNL unter Kosan Kabura / seit Februar 2001 Rwasa Agathon.


Die
Nachbarstaaten sind Ruanda im Norden, Tansania im Osten und Kongo (ehemals Zaire) im Westen. Burundi ist ein „landlocked country", ein Land ohne Meereszugang, d.h. sämtliche Im- und Exporte müssen auf langem Weg über Land gebracht werden. Fischfang gibt es dennoch - auch Burundi hat an den „Großen Seen" Anteil und ist Mitglied in der „Great Lakes Relief and Recovery Operation" GLRRO, die sich nach Abflauen der Bürgerkriegssituationen in Ruanda, Burundi und Uganda um Ernährungssicherungsprogramme, Flüchtlingsernährung und unterstützende Maßnahmen kümmern. Dass die Regierung aus Sicherheitsgründen bis zu 400.000 Menschen in Lagern gesammelt hatte (zeitweise laut FAO bis zu 800.00 Menschen!), die von ausländischen Hilfsorganisationen Konzentrationslager genannt wurden, hat mindestens 1000 von ihnen auch nichts geholfen - sie wurden innerhalb von nur drei Monaten in den Camps umgebracht.

Burundi ist von Belgien als Mandatsmacht
unabhängig seit 1962.

Einwohnerzahl: von etwas mehr als 6,5 Millionen auf nur noch 5,5 Millionen Einwohner zurück gegangen, davon über 80 % in Städten lebend, weil das Land unter furchtbar hohem Bevölkerungsdruck steht (Wachstum fast 3 %) und der Boden die Menschen einfach nicht mehr ernähren kann. Die größten Städte sind Bujumbura mit geschätzt 330.000 Einwohnern (offiziell 150.000), Gitega mit etwa 100.000 Einwohnern sowie Muyinga mit 80.000 und Ngozi mit 75.000 Einwohnern.

Die Amtssprachen sind Französisch und Kirundi.

Die
Haupteinnahmequellen des Staates sind mittlerweile Unterstützungen von außen. An Nahrungsmittelexporte ist nicht zu denken, der Kaffee- und Teeexport ist ebenso wie der Export der wenigen Edelhölzer, die das Land noch hat, zum Erliegen gekommen. Aktuell wurden Lagerstätten des für die Informationstechnologie erforderlichen Minerals Tantalum gefunden, teurer als Gold und daher sehr begehrt, die industrielle Ausbeutung der 2000 Quadratkilometer großen Mine durch die australische Firma Western Mining Corporation hat bereits begonnen.

Die Geschichte der Staatsschefs ist eine lange Liste von Staatsstreichen und Umsturzversuchen, die immer wieder nach längeren Perioden relativer Ruhe das Land in Unruhe bringen: Das jetzige
Staatsoberhaupt ist Pierre Buyoya (seit er 1996 in einem Staatsstreich Sylvestre Ntibantuganya ablöste); Regierungschef ist Frédéric Bamvuginyumvira von der FRODEBU. Erster Staatsschef (1962) war König Ntare V., abgesetzt von Michel Micombero (1966), der wiederum 1976 gestürzt wurde von Jean Baptist Bagaza. Wieder zehn Jahre später, im Serptember 1987, wurde Bagaza gestürzt und Pierre Buyoya neuer Staatsschef. In demokratischen Wahlen wurde er abgewählt und mit Melchior Ndadaye erstmals ein Hutu Präsident. Bei einem Putschversuch 1993 wurde er ermordet, der Nachfolger Ntaryamira, ebenfalls ein Hutu, wurde im April 1994 beim Flugzeugabsturz / -abschuss in Kigali getötet und durch Sylvestre Ntibantunganya ersetzt.

Von der
Bevölkerung sind 60 % Katholiken und mindestens 40 % Anhänger von Naturreligionen, wobei sich das in Afrika keinesfalls ausschließen muss. Auf Grund der Verstrickung etlicher auch hochrangiger katholischer Priester und Würdenträger in den Völkermord im benachbarten Ruanda ist das Vertrauen in die katholische Kirche erheblich gesunken; protestantische Missionen und charismatische Freikirchen / Sekten haben ziemlichen Zulauf, so dass der genannte Anteil von 60 % sicher lange unterschritten ist. Vermutlich liegt der Anteil der gläubigen Katholiken bei unter 50 % der Bevölkerung.

Die
Lebenserwartung lag vor dem Bürgerkrieg bei 47 Jahren und wird jetzt mit 43 Jahren angegeben.

Die diplomatische
Vertretung für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist: (bis zu einem Umzug nach Berlin):
Botschaft der Republik Burundi, Mainzer Straße 174, 53179 Bonn, Tel. 0228 / 345032.

Bücher in deutscher Übersetzung und CDs erhalten Sie auf Anfrage (info@afrikahaus.net).

Im Internet:
www.burundi.gov.bi

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Nationalfeiertag:
1. Juli

Aktualisierte Politik- und Geschichtsdaten unter: www.netzwerk-afrika-deutschland.de/Land/Burundi.html