Einige der noch immer sehr wenigen erhältlichen Informationen über das Land:

Eine kleine ursprünglich portugiesische und später (seit 1778) spanische Kolonie in der Nähe des Äquators, eingezwängt zwischen Kamerun und Gabun, mit einer wichtigen Insel (Bioko) und mehreren kleineren Inseln wie Corisco, Elobey Grande und Elobey Chico sowie der weit ab liegenden Insel Annobon (im Südwesten), das ist Äquatorial-Guinea, einzige spanische Kolonie in Afrika außer der Westsahara und den noch heute existierenden kleinen Enklaven in Marokko. Viele Jahre war das Land von der Außenwelt abgeschnitten, von 300.000 Einwohnern verließen etwa 100.000 das Land, und von den Dagebliebenen wurden viele ermordet - man geht von 50.000 Menschen aus. Verantwortlich dafür war der erste Staatsschef, Francisco Macias Nguema. Sein Neffe vertrieb ihn nach einem Putsch, nach einem Gerichtsverfahren wegen Völkermords wurde er 1979 hingerichtet.


Die
Nachbarstaaten sind Kamerun und Gabun sowie der Inselstaat Sao Tome & Principe.

Äquatorial-Guinea ist
unabhängig seit 1968.


Einwohnerzahl: mittlerweile wieder auf fast 500.000 angestiegen, davon 40.000 in der Hauptstadt Malabo auf der Insel Bioko (früher Fernando Poo) und ebenfalls 40.000 in der zweiten Großstadt Bata. Die Hauptstadt wurde „vorübergehend" nach Bata auf dem Festland verlegt, um dort die Infrastruktur zu verbessern (siehe unten). Konstitutionelle Hauptstadt bleibt jedoch Malabo.


Die Amtssprache ist Spanisch, von frankophonen Ländern umgeben, setzt sich das Französische als Verkehrssprache immer mehr durch.

Die Haupteinnahmequellen des Staates mit der langen Regenzeit (mit bis zu 10.000 mm Niederschlag fast so viel wie am Fuß des Berg Kameruns) sind der Export von Kakao und leider Tropenholz - das Festland Bini wird in wenigen Jahren kein Edelholz mehr besitzen - sowie von Erdöl- und Erdgasvorkommen auf Bioko und im Küstenshelf: Die momentane Erdölförderung liegt bei 100.000 barrels pro Tag, bald soll eine Menge von 300.000 barrels erreicht werden. Damit hat Äquatorial Guinea die höchste Steigerung des Bruttosozialprodukts ganz Afrikas von sage und schreibe 70% jährlich. Die Exporterlöse des kleinen Landes steigerten sich von 50 Millionen US-$ 1990 auf das Zehnfache, 500 Millionen US-$ im Jahre 1999. Selbstverständlich geht diese rasante Steigerung nicht ohne große Schwierigkeiten im Lande einher (die Infrastruktur ist völlig ungeeignet für solch ein Wachstum), und ebenso selbstverständlich geht es nicht ohne gewaltige Investitionen (mehr als eine Milliarde US - $) durch die internationalen Ölkonzerne, besonders TotalFinaElf, ExxonMobil, Ocean Energy, Roc Oil, Vanco, CMS Nomeco, Triton und Chevron, die ohnehin im Golf von Guinea sehr aktiv sind. Auch hier verbleiben im Land keine 3 % der Produktion, wie in ganz Westafrika, der Rest wird exportiert. Kritik ist unerwünscht, laut einem Bericht von Reporters Sans Frontieres / RSF vom März 2001 werden alle elektronischen Medien zensiert, eine private Presse gibt es nach der Schließung der Wochenzeitungen „La Opinion" und „El Tiempo" praktisch nicht mehr. Viele Menschen wurden allein wegen des Besitzes von „La Veridad", einer oppositionellen Zeitschrift, verhaftet. Im Exil arbeitet die Nationale Allianz für die Wiederherstellung der Demokratie (ANRD).


Das
Staatsoberhaupt ist seit seinem Putsch 1979 Oberst Teodoro Obiang Nguema Mbasogo; Regierungschef ist Angel Serafin Seriche Dougan.

Von der
Bevölkerung sind 99 % Katholiken (Papstbesuch Anfang der 80er).

Die Lebenserwartung ist noch gering, auf Grund bisher deutlich schlechter Infrastruktur und des Äquatorialklimas nur etwa 50 Jahre. Säuglings- und Kindersterblichkeit ist etwa 11 bzw. 17 %. Im Frühjahr 2000 wurde eine Zusammenarbeit mit Kuba im Gesundheitsbereich vereinbart, die sich auf die Lieferung von Medikamenten und die Ausbildung von Menschen in Gesundheitsberufen erstreckt. Erstaunlich ist der hohe Alphabetisierungsgrad von über 80%. Völlig unbekannt ist normalerweise, dass Äquatorial-Guinea die niedrigste AIDS-Rate des afrikanischen Kontinents vorweisen kann: sie lag Ende 1999 bei gerade mal 0,51 % der Bevölkerung.


Die
Vertretungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind:
Deutschland:
Honorarkonsulat der Republik Äquatorial-Guinea,
Flinger Richtweg 60, 40235 Düsseldorf,
Tel. 0211/2305243
Österreich und Schweiz:
Ambassade de la Republique de Guinee Equatoriale, Rue Alfred-de-Vigny 6, 75008 Paris

Bücher in deutscher Übersetzung  haben wir bisher noch nicht im Programm, wissen Sie mehr, informieren Sie uns bitte!
Einen ganz besonders herzlichen Dank Herrn Prof. Liniger-Goumaz der Ecole Polytechnique Lausanne, dem wohl besten europäischen Kenner und Freund des Landes, der uns etliche seiner Werke zur Verfügung stellte und auch laufend neue Forschungsergebnisse sendet, z.B. das „Who is Who der nguemistischen Diktatur" und uns auf das folgende Werk hingewiesen hat:
Äquatorialguinea. 30 Jahre nguemistischer Verbrecherstaat". Institut für Afrikanistik / Universität Leipzig Papers on Africa N° 21; nähere Informationen darüber haben wir noch nicht (Preis, Erhältlichkeit etc.).


Drei
CDs von Hijas Del Sol und eine von Mbaya haben im Programm aufgenommen (siehe Seite 111).

Von der Existenz einer
Freundschaftsgesellschaft haben wir noch nichts gehört; von Filmen aus Äquatorial Guinea haben wir ebenfalls noch nichts gehört. Hinweise sind uns immer willkommen!

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Nationalfeiertag:
12. Oktober

Aktualisierte Politik- und Geschichtsdaten unter: www.netzwerk-afrika-deutschland.de/Land/Aequatorial-Guinea.html