„Mein Name ist Ewigkeit"


Francis Bebey wurde 1929 in der Wirtschaftshauptstadt Kameruns, in Douala, geboren. In der Sprache seines Volks, der Duala, bedeutet Bebey Gezeiten - genau genommen die Mehrzahl von Gezeiten, was er selbst einmal (in Bremen) als „Ewigkeit" bezeichnete. Wer war Francis Bebey? Wir möchten Ihnen hier gerne mit freundlicher Genehmigung auszugsweise den Nachruf der Literatur - Nachrichten Nr. 70 (Juli - September 2001) abdrucken:

[...] Seit dem Festival Horizonte 79 in Berlin und der Frankfurter Buchmesse 1980 mit dem Schwerpunkt Schwarzafrika kam er immer wieder nach Deutschland, freundschaftlich begleitet von vielen Kennern und Freunden Afrikas. Als ein „Monument Afrikas" wurde er am Tage nach seinem Tode in Frankreich [seinem Hauptwohnsitz] geehrt, als der facettenreichste Afrikaner des letzten Jahrhunderts gewürdigt.

Francis Bebey war Sänger und Dichter, Komponist und Romancier, Musikethnologe und langjähriger Mitarbeiter der UNESCO für den Bereich Medien in Entwicklungsländern. Und er war seit Ende der 60er Jahre Schwarzafrikas weltweit bekanntester Griot. [- eine Bezeichnung, die wir einem Kameruner nicht geben würden, hier im Süden des Landes gibt es eigentlich keine Griot-Tradition! -]

In der Generation der anderen großen afrikanischen Künstler wie Léopold S. Senghor, Birago Diop, Sembène Ousmane, Mongo Beti, Ferdinand Oyono, Manu Dibango und Miriam Makeba gehörte er zu denen, die Afrika eine hörbare Stimme verliehen.

Er schrieb fünf Romane, wobei er für „Eine Liebe in Douala" den Grand Prix littéraire de l'Afrique noire und für
„Das Regenkind" den Prix Saint-Exupéry erhielt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt, so ins Deutsche die übrigen Titel: „Das Alphabet der Sonne während des Regens" [„Die Ashantipuppe" wäre der wörtliche Titel!],
„King Albert" und „Alle Menschen sind schwarz". Er erhielt für die Musik zu dem Film
Yaaba (Seite 18) den Preis des Filmfestivals in Ouagadougou. Er schrieb Kurzgedichten und hat viele Gedichte und Liedtexte. Er verfasste das erste musikethnologische Werk zur Musik Afrikas und brachte über zwanzig Schallplatten und CDs heraus.

[...] Er bewegt durch seine Gedichte und Erzählungen, die den großen Bogen von Lebensgeschichten im dörflichen Afrika zu denen in den Metropolen spannen, und die, in der Form der Oratur geschrieben, das Wohlwollen und die Toleranz des Erzählers - wenn angebracht - durchscheinen lässt. Damit wird er dem Leser gleichzeitig als Künmstler wie als Mensch präsent und nah.

Mündlich und schriftlich bezog Francis Bebey Stellung zu Themen wie Bereicherung durch fremde Kulturen, die Spannung zwischen Tradition und Moderne, der bleibende Rassismus, Authentizität, Dummheit und Ignoranz der Mächtigen, Befreiung, métisage, Négritude, die Sprachenfrage, die kosmischen Geheimnisse, Leben, Tod und Musik in der afrikanischen Gemeinschaft, die Liebe, der Mut von Frauen, das Lachen, der Tanz, die Treue zu sich selbst, Schläue, der gemeinsame Nenner, Mensch zu sein. Ob auf Symposien der Francophonie oder anderen Treffen, immer fand er zu Problemen Worte, die zitiert wurden, weil sie Klarheit schafften, ehrlich waren, vorwärts dachten und durch einen universellen Humanismus überzeugten.

Sein liebstes Kommunikationsmittel war die Musik, der er sich leidenschaftlich verschrieb und die die Reichhaltigkeit seiner künstlerischen Ausdrucksweisen widerspiegelte. In ihr war seine ganze afrikanische Persönlichkeit eingefangen, die das Leben schlechthin in und mit Musik ausdrückt, traditionellerweise in der Gemeinschaft, um gemeinsame Aufgaben und Situationen zu meistern und zu genießen.

[...] Francis Bebey ist am 28. Mai 2001 in Paris gestorben.


Zum
Schriftstellerverzeichnis (Seite 95)

Impressum:

Sie erreichen uns auf verschiedene Weise:
- per
e-mail:   
(Musik@afrikahaus.de / Bücher@afrikahaus.de /
Termine@afrikahaus.de / Webmaster@afrikahaus.de
)
- per
Fax:              (+49) (0)5681 / 9309 - 77
- per
Telefon:       (+49) (0)5681 / 9309 - 99
- per
Post:             Postfach 1214, 34568 Homberg
-
persönlich:         Remsfelder Str. 4, 34576 Homberg
-
Ansprechpartner / Inhaber: Jan Klevinghaus
-
inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV:
 
Jan Klevinghaus
-
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß
  § 27a Umsatzsteuergesetz:
DE 213693538









































                 home