Der Mann, der kein Freund sein konnte
(L´homme qui ne savait pas d'être un ami)
Frankreich/
Marokko (65) 2001

Buch und Regie Benoît Graffin nach einer mündlichen Erzählung von Mohammed Mrabet, aufgeschrieben von Paul Bowles

Mit Ouasini Embarek (Driss), Jacques Nolot (Fouad) und Leîla Belarbi (Betsoul)


Driss ist ein unbekümmerter junger Mann aus Tanger, der als kleiner Schmuggler und Gelegenheits-Taxifahrer sein Leben meistert. Weil ihm sein Stolz verbietet, bei seiner Freundin Betsoul zu wohnen, schläft er meistens in seinem Wagen oder am Strand. An einem dieser Strände am Stadtrand von Tanger trifft er eines Tages auf den alten Fouad, der mit seinen beiden Söhnen ein bescheidenes und abgelegenes „Café" im Sand der Küste betreibt, eher ein Bretterverschlag... Obwohl sie zusammen Tee trinken und einen Joint rauchen, bleibt es eine fast wortlose Begegnung. Doch dann rückt Fouad mit der Bitte heraus, ihm für den Tee Pfefferminze zu besorgen.
Seit diesem Tag kommt Driss öfter zu Fouad. Dieser, ein vereinsamter Misanthrop, beklagt sich bei ihm über seine Söhne und allgemein über seine Mitmenschen und bewundert die Europäer wegen ihres Geldes. Ein alter Fischer warnt Driss vor Fouads Wahn und seinen Lügen. Dennoch ist Driss von dem Alten fasziniert und nimmt eines Tages auch seine Freundin mit. Betsoul ist eine moderne, emanzipierte junge Frau mit gefärbten Haaren, die von den traditionell-islamische gekleideten Frauen auf der Straße angefeindet wird. Nun soll sie für Driss den alten Fouad auflockern und seine verschlossenen Gedankengänge erhellen. Aber Fouad erzählt ihr nur Lügen über Driss und versucht sie zu berühren. Trotz aller Warnungen will Driss den Alten jedoch weiter besuchen und ihm beweisen, dass eine Freundschaft auch zwischen zwei so unterschiedlichen Menschen möglich ist. Dabei entwickelt sich ein seltsam ambivalentes Verhältnis.

Der Film ist eine wunderschöne, poetische und sensible Fabel über den Menschen und seine Angst vor der Einsamkeit. Dabei ist er eher minimalistisch produziert: alle Dialoge und Handlungen sind auf das Wesentliche reduziert. Aus dieser Schlichtheit entwickelt sich eine starke und unmittelbare Dramaturgie. Es ist eine vom Licht Nordafrikas durchflutete Geschichte, die Farben, Bräuche und Legenden Marokkos auf verschiedene Weise widerspiegelt. Auch die Schauspieler tragen dazu bei, dem Film Tiefe und Poesie zu verleihen. Allen voran ist der junge Schauspieler des Driss, Ouassini Embarek, zu nennen, der eine wirklich intensive Leistung zeigt. Seit 1995 spielt er in französischen Kino- und Fernsehfilmen mit.

Kinder Afrikas
Vierteiliger Fernsehfilm 2001

Tansania (83)- Das Mädchen von Sansibar

Sophia ist 13 Jahre alt. Mit ihren Großeltern und ihren beiden Brüdern lebt sie auf einer Gewürzfarm auf der Insel Sansibar, die zu Tansania gehört. Sophia erzählt, dass die Gewürze ein Segen für Sansibar sind, da sie zahlreiche Besucher und Touristen anlocken. Die Touristen staunen über Gewürzpflanzen wie Pfeffer, Zimt oder Kardamom, weil es diese bei ihnen zu Hause nicht gibt. Sophia spricht auch darüber, wie sie sich als Muslime fühlt. Sie meint, Frauen auf Sansibar tragen gerne lange Kleider und bedecken gern ihr Haar. Auch die Männer auf der Insel kleiden sich im Sinne der Bräuche des Islam. Nach dem morgendlichen Schulunterricht geht Sophia in die Madrasah, die Koranschule, in der sie alles über den Koran und den Islam lernt.

Äthiopien (40)- Festival des Feuers

Die 14-jährige Selamauitt besucht die Schule der Medhanealem Kirche in Addis Abeba. Als tief gläubige Christin hört sie gerne orthodoxe Musik und singt auch selbst in ihrem Kirchenchor. In ihrer Freizeit hilft sie der Tante in deren kleinem Laden und schreibt sehr gerne. Eines ihrer Lieblingsfeste auf dem orthodoxen Kalender ist das Meskel-Fest, mit dem die Auffindung des authentischen Kreuzes Jesu in Jerusalem durch St. Helena gefeiert wird. In Äthiopien erzählt man sich, St. Helena sei durch ein Freudenfeuer an die Stelle geleitet worden, an der das Kreuz in der Erde begraben war. Selamauitt engagiert sich für das Festival. In diesem Jahr betreut sie die Aufführung für die Taubstummen. Sie nimmt in traditioneller Kleidung an einer Prozession von ihrer Kirche zum Meskelplatz im Zentrum von Addis Abeba teil, wo ein riesiges Freudenfeuer entzündet wird und die Menschen begeistert tanzen und singen.

Mosambik (68)- Im Rhythmus der Straße

Der zwölfjährige Adolfo lebt in der Küstenstadt Inhambane in Mosambik. Er schläft in einem Raum direkt am Zentralmarkt. Seine beiden älteren Schwestern und deren kleine Kinder leben mit der Mutter im Raum nebenan. Die Räume lassen sich kaum als schöne Wohnung bezeichnen, und so verbringt Adolfo seine gesamte Zeit auf den Straßen der Stadt. Er weiß nicht, wo sein Vater sich befindet. Ein Markt in Afrika ist ein Ort, wo man auch seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Adolfos Mutter verkauft Erdnüsse, was allerdings nicht ausreicht, um die Familie zu ernähren. So muss Adolfo seinen eigenen Beitrag leisten. Er wartet gemeinsam mit vielen anderen Straßenkindern auf Touristen und versucht, einen kleinen Job zu ergattern. Zunächst bietet er den Touristen an, beim Einkaufen auf dem Markt ihre Taschen zu tragen. Gelingt dies nicht, so beginnt er, für die Touristen um günstigere Preise zu feilschen. Um in dem harten Wettbewerb mit seinesgleichen bestehen zu können, hat er sogar ein wenig Englisch gelernt. Da entsteht der Kontakt oftmals etwas einfacher, und manchmal bekommt Adolfo für seine Bemühungen ein ordentliches Trinkgeld. An einem guten Tag kommt er auf zwei bis drei Mark.

Swasiland (82) - Der Ruf der Ahnen

Die 13-jährige Simangele lebt im Königreich Swasiland. Sie ist die Tochter von Mbapane, einem berühmten traditionellen Heiler, zu dem Patienten aus aller Welt kommen. Er hat etwa 93 weitere Kinder mit einer Vielzahl von Frauen. Sein Dorfkomplex besteht aus einer Gruppe von Hütten und einem Bungalow nach westlicher Art. Das Ganze liegt in einer durch sanfte Hügel geprägten Landschaft. Simangele lebt im Spannungsfeld von Tradition und Moderne. Sie hat noch nie ein Telefon benutzt und erlebt täglich die Rituale der Trance und des Tanzes, und doch geht sie zur Schule, um dort von anderen Religionen zu lernen. Sie tanzt zur Buschtrommel amerikanischen Rap und kleidet sich wie die Mädchen im Westen.

Zwischen Schwarz und Weiß
(Terre Etrangères - Les enfants du karoo)
Frankreich /
Südafrika (80) 1996, 91 Minuten
Buch und Regie Laurent Ferrier
Julie Saillant, eine 25-jährige Fotografin aus Paris, fährt für eine Reportage nach Südafrika. Als sie fünf Jahre alt war, wurden sie und ihre Mutter in diesem Land von ihrem Vater Willy verlassen. Sie kehrten nach Frankreich zurück, wo die Mutter starb. Zum Vater hatte Julie keinen Kontakt mehr und hält ihn inzwischen für tot. Jetzt aber findet sie heraus, dass er noch lebt. Maseko, ein junger Afrikaner, hilft ihr bei der Suche nach ihm. Mit Erfolg: Inzwischen ist Willy mit einer Einheimischen verheiratet, was jedoch weder die weiße noch die schwarze Bevölkerung toleriert. In den letzten Jahren hat er eine Organisation aufgebaut, die Waisenkindern aus den Townships hilft. Bei einem Überfall auf sein Haus müssen Julie, ihr Vater, seine Familie und die Waisenkinder fliehen. Auf dem Weg zu einem Waisenheim in der Wüste irgendwo bahnt sich eine Liebe zwischen Julie und Maseko an... Trotz der bei europäischen Filmemachern offenbar erforderlichen Liebesgeschichte, ohne die niemand Filme sieht, ist der Film recht realistisch geraten und durchaus (unterhaltend) sehenswert


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