ASAFODEB, Senegal (page 75)
Association Senegalaise dáppui à la formation pour le développement à la base

Viele Frauen im Westen des Senegals durften als Kinder nicht zur Schule gehen, mussten im Haushalt und in der Landwirtschaft helfen. Frauen, die nie zur Schule gingen, können keine Mitteilungen lesen und nicht kontrollieren, ob der Händler die Preise richtig addiert hat. Aber selbst wenn sie ein paar Schuljahre an den staatlichen Schulen verbracht haben, lernten sie nur wenig. Sie liegen oft weit entfernt und sind schlecht ausgestattet. Der Staat kümmerte sich bisher wenig um die Bildung. Deshalb können im Senegal fast 75 % aller Frauen und insgesamt 60 % der Bevölkerung nicht lesen und schreiben.

Bis heute haben nahezu 1500 Frauen im Westsenegal in der Region Thiés und Fatick an einem
Alphabetisierungskurs der „Senegalesischen Vereinigung zur Unterstützung der Bildung für eine grundlegende Entwicklung" (ASAFODEB) Teil genommen. Während der Trockenzeit haben die Frauen in der Regel Zeit, an Fortbildungsprogrammen Teil zu nehmen. Bisher wurden über fünfzig Frauen und 25 Männer zu Lehrer/innen und Supervisoren für Dorfentwicklung ausgebildet, oft sind es ehemalige Schülerinnen. Im Unterschied zu den staatlichen Schulen wird in den einheimischen Sprachen Wolof, Peulh und Serer unterrichtet.

In kleinen Dorfbibliotheken bietet ASAFODEB allen Dorfbewohnern
Broschüren an, die sich am Alltag orientieren:
- Brunnen- und Latrinenbau
- Vorbeuge und Behandlung von Wurmbefall, Malaria und Diabetes
- Buchhaltung, Kalkulation und Ausgabenplanung
- Saatzucht, Lagerung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln
- Baumschulen und Ressourcenschutzprogramme
- Handwerkliche Fertigkeiten wie Nähen und Färben
- Spar- und Kreditprogramme

Entscheidend für den Erfolg der Alphabetisierung ist, dass die Kursteilnehmerinnen selbst die
Themen auswählen. Sie bestimmen, was sie zuerst lernen möchten. Die Inhalte werden an die Möglichkeiten vor Ort angepasst. So gibt die Alphabetisierung den entscheidenden Impuls für eine Entwicklung des gesamten Dorfes. In zwanzig Dörfern haben sich im Anschluss an die angebotenen Kurse Selbsthilfegruppen gebildet, die die Anregungen von ASAFODEB aufgreifen und an die örtlichen Bedingungen anpassen. Beispielsweise werden in neu angelegten Gemüsegärten von den Frauen frische Nahrungsmittel angebaut, die ihnen ein zusätzliches Einkommen verschaffen und gleichzeitig das Essen der Familie bereichern. Neu ist die Idee einer gemeinsamen Getreidebank: nach den schlechten Ernten von 1997 und 1998, in denen die Erträge um bis zu einem Viertel geringer waren als sonst, macht es die überdurchschnittlich gute Ernte 1999 möglich, einen Vorrat anzulegen.

Gegründet wurde ASAFODEB von Naffissatou Diedhiou Seck, die mehr als dreißig Jahre lang in der staatlichen Erwachsenenbildung gearbeitet hat, bevor sie pensioniert wurde. Unterstützt wird das Projekt von der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V., Hedemannstr. 14, 10969 Berlin, e-mail
mail@aswnet.de.


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